15. Thalmässinger

Music Adventure 

 

Diese Band ist über jeden Zweifel erhaben. Sie existieren genauso lange wie Pearl Jam, haben weltweit über vier Millionen Platten verkauft, drei Echos und einen MTV Europe Music Award gewonnen und drei Alben enterten die Charts von null auf eins. Worum es aber eigentlich geht, ist die Musik. Ihre Songs tragen schon lange eine eigene Handschrift, obwohl die Guano Apes immer auch für Experimentierfreudigkeit stehen.

Frontfrau Sandra Nasic: »Wir machen uns vor jedem neuen Album frei von allem Alten und lassen musikalisch erst mal alles zu. Dieses Maximum an Freiheit ist unser Motor und lässt neue Impulse zu. „Bel Air“ war ein neuer Schritt für uns und hört sich dementsprechend leicht und vielleicht tanzbarer an. „Offline“ hingegen klingt kantiger, rockiger und hat eine ganz eigene Farbwelt, was auch mit unseren beiden Produzenten Philipp „Philsen“ Hoppen (Kraftklub, Marteria) und Kurt Ebelhäuser (Blackmail, Donots) zu tun hat, die ja ihrerseits auch neue Impulse setzen. Das Schöne aber ist, dass man uns immer gut heraushören kann, egal welche Farben wir beim Komponieren nutzen.«

Henning: »Obwohl das Album Offline so viele neue Facetten hat, stellen wir mehr und mehr fest, dass wir als Band frei sind. Wir können jedes Genre angehen und alle Spielarten ausleben – unsere Songs werden trotzdem immer nach den Apes klingen. Das ist ein roter Faden, der uns ziemlich stolz macht und total befreit. Wie Sandra mit dem Hinweis auf Philsen und Kurt schon angedeutet hat: Man muss so eine Produktion nicht alleine machen, auch wenn man es vielleicht könnte. Produzenten sind eine wichtige Mischung aus Freund und Kritiker – jemand, der einem die Meinung sagt, mit dem Reibung entsteht. Und trotzdem klingt „Offline“ besonders klar. Es gab früher mal die Maxime, uns schon im Studio daran zu orientieren, die Songs live 1:1 umsetzen zu können. Jetzt sehen wir das anders: Gut ist, was uns gefällt. Außerdem haben wir das Glück, dass die Bandbreite, die Sandra mit ihrer Stimme abdecken kann, uns fast alle Stile erlaubt.«

Sandra: »Für mich war es immer wichtig, verschiedene Genres auszuprobieren. Angefangen habe ich mit HipHop und Rap, diese Einflüsse hört man auf unserer ersten Platte und nun auch wieder auf „Offline“. Es gibt auf diesem Album einige ruhige, atmende Zwischenpassagen, in denen ich in sehr tiefe Tonlagen wechsele, aber auch in die für unsere Band typischen Shoutings, wie schon bei „Open Your Eyes“. Der Wechsel zwischen hart und zart ist spannend für mich. Über die Jahre hat sich meine Stimme sicher verändert, aber ich würde heute manches einfach auch nicht mehr so singen wie vor zehn Jahren. Ich habe Spaß daran, mit der Weiblichkeit in meiner Stimme zu spielen und muss heute nicht mehr schreien, um Kraft zu demonstrieren.«


Mehr zu den Guano Apes gibt es unter www.guanoapes.org.